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Mein Zuchtfreund, Paul Benders, Hauptstraße 61d, 79771 Klettgau-Erzingen, hat ein Info-Blatt über Historie, Fütterung und Pflege, Gesang und Bewertung herausgegeben, das ich hiermit mit seiner Genehmigung, weitergebe:
Gesangskanarien Kleine Kanarien-Kunde Um richtig zu begreifen, welche Bedeutung die Kanarienvögel als Hausgenossen hatten, müssen wir uns an vergangene Zeiten erinnern. Es war die Zeit, bevor Fernsehen und Rundfunk in den Wohnungen der Menschen für Kurzweil sorgten. Neuigkeiten las man in den Zeitungen oder erfuhr sie von Mitmenschen. Hausmusik kannten nur die Wohlhabenden. In den Stuben der kleinen Leute, aber auch im Salon der Bürgerhäuser, in Wirtshäusern und Weinstuben hingen Vogelbauer. Kanarienvögel sind Kulturgeschöpfe!. Sie sind für das Leben in Menschenobhut geboren und ihr Lebtag lang auf die Pflege und Fürsorge der Menschen angewiesen. Kanarienvögel sind während 500 Generationen zu „gefiederten Gefährten“ des Menschen geworden. In solchem Vorfeld hat die gezielte Zucht auf Gesangsleistung begonnen. Wie und wo begann alles Wie alle anderen Haustiere, so hat auch der Kanarienvogel eine freilebende
Stammart, aus der alle die verschiedenen Formen und Rassen entstanden. Es ist ein kleiner Finkenvogel, der auf den Kanarischen Inseln lebt. Auch die Azoren und
Madeira sind vom Kanariengirlitz bewohnt. Im Aussehen gleicht der Wildling weitgehend dem heutigen grünen Kanarienvogel. Obstplantagen, offen Parklandschaften und locker bewachsene Hänge sind sein Lebensraum. Nach den
Eroberungszügen der Spanier von 1473-1496 segelten deren Schiffe bald auf allen Meeren. In spanischen Klöstern Hier versuchten jetzt die Mönche die Kanarien in ihrer Obhut zu züchten, wie sich herausstellte, war dieses nicht allzu schwierig. Hier beginnt nun die Geschichte des Kanarienvogels als Haustier. Durch italienische Fuhrleute gelangten dann die Vögel nach Tirol. Die dort lebenden Bergleute aus den Silberbergwerken griffen die Verdienstmöglichkeit durch die Zucht und den Verkauf von Kanarienvögeln auf. Mittels Traggestellen, den sogen. Kraxen, auf denen bis zu 200 Vögeln waren, wurden diese zum Teil bis nach Russland und in die Türkei transportiert. Da die Silberminen bald erschöpft waren und es keine andere Verdienstmöglichkeit gab, wanderten die Bergleute mit ihren Zuchttieren nach „St. Andreasberg“ in den Harz. Die einheimische Bevölkerung erkannte auch dort sehr schnell, dass sich hier eine gute Nebenverdienstmöglichkeit anbot. Hier wurde dann der Begriff „Harzer Roller“ geprägt. Gesang und Bewertung Das große Vermächtnis der Harzer Bergleute sind die „Harzer Roller“, die heute im
Besitz vieler Kanarienzüchter sind, die auch weiterhin mit großer Geduld und viel Liebe an der Weiterveredlung dieser Sänger arbeiten. Es dauert oft Jahre bis der
einzelne Züchter eine Linie aufgebaut hat, die seiner Vorstellung entspricht. Wir müssen uns immer vor Augen halten, dass die zu verarbeitende Materie ein Vögelchen ist, das nicht immer so will wie wir wollen. Fütterung und Pflege Die Kanarienvögel ernähren sich überwiegend von pflanzlichen Stoffen. Hier ist auf die
gute Zusammenstellung des Futters zu achten. Dieses sollte aus Rübsen, Glanzsamen, Negersaat, geschältem Hafer, Leinsaat, Mohn, ‚Salat und Grassamen bestehen. Auch sollte das Futter so zusammengestellt sein, dass ca. 35 %
mehlhaltige und ca. 65 % fetthaltige Sämereien gemischt sind. (c) Paul Benders, Hauptstr. 61d, 79771 Klettgau-Erzingen
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