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Burghaus Hüsten (Werner Saure) Alte Orte definieren sich durch das nebeneinander von Herrschaft, Kirche und Bürgersiedlung. Auch in der Mitte der alten Freiheit Hüsten, dem eigentlichen Alt-Dorf, ist das nicht anders. Die drei Bezirke Adel, Kirche und Bauern/Bürgerhäuser grenzten direkt an den Markt, gingen von dort aus und trafen sich dort. Bei aller Trennung (Standesunterschiede, Recht und Steuerpflichten) wird dadurch auch ein Zusammenwirken sichtbar.
Gegen ”1741 wurde das uralte Haus Hüsten mit seinen Nebengebäuden abgebrochen”, schrieb Prof. Dr. A. Beiler in einer Zeitung (1947/ 48 ?). “Das aus dem alten freiadligen Haus neu erbaute Wohnhaus hatte samt Gärten, Viehhof, Stall und steinernem Häuschen, wozu die Backsteine in Wittekops Wiesen gebrannt wurden, sowie dem Viehhaus ein Morgen 39 Ruthen*. Gegen 1750 sollen die Reste des alten Hauses noch zu sehen gewesen sein. Ebenso war der Brunnen noch vorhanden. Der Garten am Burghaus wurde 1747 in 21 Stücke zerteilt und an die Hüstener Bürger verpachtet. Jedes Stück hatte 8 Ruthen, insgesamt 1 Morgen 69 Ruthen.” Wir haben im SCHÜTTENGLÖGERS 1992 auf der Seite 46 einen Kartenausschnitt aus dem Fürstenbergschen Lagerbuch von 1746 (Tafel XX) veröffentlicht (Fürst. Archiv Herdringen) mit Erläuterungen von Alfons Beiler. Die Karte läßt deutlich den damaligen Umfang der Grundstücks erkennen mit einer bis zum Markt reichenden Gartenanlage (heute: Hotel Union). Nach Osten hin reichte die Besitzung damals bis zum gußeisernen Kreuz (früher Laurentiuskapelle) auf dem Friedhof. Davor lagen große Stallungen, die sich zu einem Viehhof in Richtung des Burghauses öffneten. Ein “Alte Ruhr” und “Teich” bezeichneter Wassergraben an Stelle des heutigen Schützenhofes und der Schützenhalle scheint meine schon früher geäußerte Ansicht, Haus Hüsten sei wahrscheinlich mit Gräften (Wassergräben) umgeben gewesen, zu bestätigen. Jahrhundertelang hatten die adeligen Familien (von Hüsten, Ketteler, Plettenberg und Hövel) ihr Burghaus bewohnt. Mit der Übernahme durch die Familie von Fürstenberg entfiel diese Zweckbindung als Wohnhaus. Die Fürstenberger bauten zu dieser Zeit ihr Haus in Herdringen als Stammsitz aus. Für sie stand die Nutzung des ausgedehnten Grundbesitzes, der zum Haus Hüsten gehörte, im Vordergrund. Den konnten sie von Herdringen aus bewirtschaften und verwalten. Dies bedingte eine Umnutzung des Gebäudekomplexes: Rücknahme der Wohn- und Repräsentationsflächen und Stabilisierung der Wirtschaftsgebäude. Da das Haus Hüsten im kommenden Januar als “Denkmal des Monats” öffentlich gewürdigt wird, geht die Schützenzeitung DEI SCHÜTTENGLÖGERS 2001 auf dieses Gebäude in besonderer Weise ein. Es sind weitere archivalische Forschungen und dendochronologische Untersuchungen nötig, um die Geschichte des Hauses Hüsten genauer darstellen zu können. Dazu sollen die nächsten Monate genutzt werden. *) 1 Morgen = 25,532 Ar oder 2500 Quadratmeter, 1 Ruthe = 14 Quadratmeter |
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