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Jahr des Ehrenamtes

Warum wurde im Jahr 2001 unserer Zeitrechnung das Ehrenamt so in den Blickpunkt gerückt und aufgewertet? Hat man endlich erkannt und begriffen, was ehrenamtlich arbeitende Bürgerinnen und Bürger in den Vereinen und für unsere Gesellschaft leisten? Hat der Staat, haben die Politiker endlich eingesehen, dass die, die umsonst, also für “Gottes Lohn” arbeiten, ihre Kraft einsetzen und ihre Freizeit opfern, der Allgemeinheit wertvolle Dienste erweisen und keine müde Mark kosten?

Die Sport- und Kulturlandschaft in unserem Land wäre um vieles ärmer, würden sich nicht hunderttausende von Jugendlichen, Männer und Frauen unentgeltlich zur Verfügung stellen - oft über viele Jahre oder mehrere Jahrzehnte. In einer ganz auf Kommerz ausgerichteten Zeit kann das nicht hoch genug bewertet werden.

Sind wir also dankbar für jeden, der sich in einem Verein oder Gremium für eine Vorstandsarbeit zur Verfügung stellt und mehr tut, als nur seine Pflicht. In unserer Schützenbruderschaft “unter dem Schutze des Heiligen Geistes von 1435” wird Arbeit auf ehrenamtlicher Basis nun schon seit 566 Jahren in vorbildlicher Weise praktiziert. Das können wir durch die zahlreichen überlieferten und erhaltenen Dokumente in unserem Schützenmuseum in “Haus  Hüsten” Gottseidank belegen.

Umso höher ist dieses ehrenamtliche Engagement zu bewerten, wenn es in Kriegs- und Notzeiten verrichtet worden ist und man einem diktatorischen Regime standhalten mußte. Unsere Generation kann sich deshalb glücklich schätzen, das Ehrenamt in einer stabilen Zeit des Friedens ausüben zu können, ohne Ängste, Zwänge und persönliche Nachteile.

Auch wenn die Vereinsarbeit mit einem guten und verläßlichen Team Freude macht, ganz ohne Reibungsverluste gehts manchmal nicht ab. Doch wenn alle Beteiligten Kompromißbereitschaft signalisieren und auf ein gemeinsames Ziel hinwirken, das Bestmögliche im Visier haben, dann hat man begriffen, was Ehrenamt bedeutet - das Wohl der ganzen Vereinsfamilie.

Man könnte in unserer Bruderschaft sicherlich eine große Zahl von Schützenbrüdern auflisten, die sich gerade in den vergangenen Jahren sehr für die Ideale “Glaube - Sitte - Heimat” eingesetzt haben in ihrer Freizeit, ohne dafür einen Pfennig zu bekommen. Wenn wir hier keine Namen nennen, dann wird mit Sicherheit auch niemand vergessen.

Doch nicht umsonst prangt seit der Erweiterung unserer Schützenhalle zu einem Begegnungszentrum vor einigen Jahren ein Schild an der Frontseite der Halle, auf dem zu lesen ist: “Tillmanns Willi sein Platz”. Dieser Name soll stellvertretend für alle genannt werden, die immer und immer wieder ihre Freizeit für unsere Schützenbruderschaft “opfern” - für “Gottes Lohn” versteht sich. Und manchesmal müssen sie auch noch Kritik - oft unberechtigt - einstecken. Meistens von Mitbürgern, denen  “Ehrenamt” ein Fremdwort bedeutet.

Doch wie wir unsere Schützenbrüder kennen, werden sie auch nach dem “Jahr des Ehrenamtes” weiter fürs Gemeinwohl zur Verfügung stehen. Und auch im Jubiläumsjahr unseres Heimatortes Hüsten, im kommenden Jahr, werden Schützenbrüder (und -schwestern), wird die Schützenbruderschaft sich einbringen in die Veranstaltungen “1200 Jahre Hüsten - mitten in Arnsberg”.                                                  

Karl- Heinz Keller